Nôrd
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Archivrolle Nr. 35 „Von den Nôrd Aduraths“
verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried
Geschichte
Die Nôrd werden von vielen als das stolze Volk des hohen Nordens bezeichnet. In den Erzählungen anderer Völker erscheinen sie wie Gestalten aus Sagen – groß gewachsen, rau im Wesen und von einer Wildheit erfüllt, die selbst erfahrene Reisende in Ehrfurcht versetzt. In meinen Nachforschungen zeigte sich jedoch rasch, dass sie nicht nur zu den jüngsten Völkern Aduraths zählen, sondern zugleich zu den gefährlichsten.
Ihr Erscheinungsbild allein genügt, um diesen Ruf zu nähren. Die Nôrd überragen die meisten anderen Völker deutlich an Statur, weshalb sie in manchen Geschichten gar als Halbriesen beschrieben werden. Ihre breiten Schultern, kräftigen Gliedmaßen und wettergegerbten Züge zeugen von einem Leben in harscher Umgebung, fern milder Klimata und sanfter Landschaften.
Ihr Ruf als brutales und streitlustiges Volk entspringt nicht bloß Vorurteilen. Vieles in ihren Traditionen und Bräuchen deutet darauf hin, dass die verdorbene Essenz Angoroths in ihnen einen festen Halt gefunden hat. Kampf gilt unter den Nôrd nicht nur als Notwendigkeit, sondern als Ausdruck von Stärke und Ehre. Konfrontationen werden nicht gemieden, sondern häufig bewusst gesucht.
Gleichzeitig offenbart sich in meinen Aufzeichnungen eine andere, nicht minder bemerkenswerte Eigenschaft dieses Volkes: die Kunst der Seefahrt. Die Nôrd gelten als außergewöhnlich erfahrene Seefahrer, die selbst den gefährlichsten Gezeiten und Stürmen trotzen. Ihre Schiffe sollen robust sein wie ihre Erbauer, und viele Küstenbewohner berichten mit Respekt von den langen, schmalen Schiffen, die selbst bei rauer See sicher ihren Kurs halten.
Erstmals wurden die Nôrd nachweislich von zwergischen Prospektoren gesichtet, die sich in den kalten Norden wagten, um neue Stollen zu erschließen. Diese Begegnungen verliefen selten friedlich und prägten das frühe Bild, das andere Völker von ihnen erhielten. Bis heute gelten die Nôrd als kampflustig und wenig geneigt, Fremden mit Vertrauen zu begegnen.
Obwohl sie die Gemeinsprache Aduraths verstehen und sprechen können, bevorzugen sie ihre eigene, schroffe und laute Sprache, deren Klang selbst für geübte Ohren ungewohnt wirkt. In ihr schwingt derselbe raue Ton mit, der ihr gesamtes Wesen prägt.
So erscheinen die Nôrd als ein junges, doch bereits gefürchtetes Volk – geprägt von Härte, Kampfgeist und der ungezähmten Natur des Nordens, die sie ihr Zuhause nennen.
Erscheinungsbild
Wer einem Nôrd zum ersten Mal begegnet, vergisst diesen Anblick nur schwer wieder. Ihre Gestalt allein genügt, um den Beinamen „Halbriesen“, den andere Völker ihnen gaben, nachvollziehbar zu machen. Berichten zufolge erreichen viele von ihnen eine Größe von weit über zweihundert Maßeinheiten, was sie deutlich über die meisten Völker Aduraths erhebt.
Ein Nôrd kann, so heißt es in mehreren Quellen, ein Alter von zweihundert bis zweihundertfünfzig Jahren erreichen. Diese lange Lebensspanne geht einher mit einem Körperbau, der gleichermaßen muskulös wie stämmig erscheint. Ihre Gliedmaßen wirken kraftvoll, ihre Schultern breit und ihre Haltung zeugt von der Härte der Umgebung, in der sie aufwachsen.
Auffällig ist zudem die starke Behaarung, die bei den Nôrd kaum Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Angehörigen erkennen lässt. Dichtes Haar, wettergegerbte Haut und raue Gesichtszüge verleihen ihnen ein beinahe wildes Erscheinungsbild, das Außenstehende nicht selten einschüchtert.
Vereinzelt berichten Reisende gar, dass unerfahrene Jäger einen Nôrd aus der Ferne für einen Bären hielten – ein Irrtum, der sich, wie man mir versicherte, als folgenschwerer erweisen konnte als die Begegnung mit dem Tier selbst.
So erscheint das äußere Bild der Nôrd als Spiegel ihres Wesens: roh, kraftvoll und von der unerbittlichen Natur des Nordens geformt.
Lebensweise
Die Nôrd sind ein aggressivs Volk. Sie leben Klans, kleinen Gruppierungen, die aus mehreren Familien bestehen, sie sich Haus und Hof teilen. Aufgrund ihrer hohen Lust nach Streitigkeiten, kommt es regelmäßig zu Spaltungen der Klans. Meistens entstehen diese Auseinandersetzung durch den Kampf um die Führung, der Ehre wegen oder wegen Streitigkeiten um Partner/innen.
Es soll auch schon vorgekommen sein das diese kämpfe sogar ganze sich untereinander vollkommen ausgeloscht haben sollen. Das ist einer der Gründe warum die Nôrd nie eines der zahlreichen Völker auf Adurath waren.
Nôrd sind hervorragende Jäger und wie auch die Elfen, sehr mit der Natur und ihrer Umgebung verbunden, jedoch auf eine andere sehr spezielle Art, die viele andere Wesen der anderen Völker nicht ganz verstehen. Einige Nôrd, vor allem die Schamanen, können die Magie der Natur in sich aufnehmen. In ein paar wenigen Geschichten wird auch etwas von Gestaltwandlern erwähnt, die sich in bestimmte Tiere verwandeln können.
Man munkelt das so die Namen der größten Nôrdklans entstanden sein sollen: Sie beschreiben das Tier, welches in der Sippe Vorherrscht. Ein Gestaltwandler vom Klan Bjør kann sich demnach nur in einen Bären verwandeln, wenn man diesen Geschichten trauen kann.
Heute spricht man von vier nennenswertem Klans unter den Nôrd. Es existieren durchaus noch weitere Klans im Norden, welche man jedoch nur sehr selten antrifft und die Anzahl ihrer Mitglieder auf ein paar wenige beschränkt ist.
Ende der Archivrolle Nr. 35
Archivrolle Nr. 36 – „Von den Stamm der Bären Aduraths“
verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried
Unter den Stämmen der Nôrd zählt der Stamm der Bären zu den bekanntesten und zugleich zu den am weitesten verbreiteten. Seine Angehörigen leben tief im eisigen Norden, in rauen Hügeln und windgepeitschten Tälern, wo nur wenige andere Völker dauerhaft bestehen könnten.
Die Mitglieder dieses Stammes gelten als besonders widerstandsfähig. Kälte, lange Winter und entbehrungsreiche Zeiten scheinen ihnen weniger anzuhaben als anderen Nôrd, was ihnen wohl auch ihren Namen einbrachte.
Gemeinsam mit dem Stamm der Hirsche gehören sie zu den größten Gruppen ihres Volkes. Aus ihren Reihen gingen mehrfach Anführer hervor, denen es gelang, verschiedene Stämme zu vereinen und Raubzüge in die südlicheren Gebiete Aduraths zu führen.
So gilt der Stamm der Bären unter den Nôrd als Sinnbild roher Kraft und unbeugsamer Ausdauer.
Erscheinungsbild
Größe: bis 200 Maßeinheiten
Statur: Kräftig, stark behaart
Hautfarbe: Helle Hautfarbe
Heimat: Gebirge und Küsten. Kalte Regionen.
Glauben: Bjornir
Äquivalent: Wikinger
Ende der Archivrolle Nr. 36
Archivrolle Nr. 37 – „Von den Stamm der Raben Aduraths“
verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried
Der Stamm der Raben bewohnt vor allem die eisigen Küsten des Nordens sowie die weiten, offenen Ebenen dahinter. In diesen kargen Regionen, wo Wind und Schnee nur selten zur Ruhe kommen, haben sie gelernt, sich sicher zu bewegen.
Der Rabe selbst gilt als ihr Stammsymbol, und viele Beobachter meinen, gewisse Eigenschaften dieses Tieres auch in den Angehörigen des Stammes wiederzuerkennen. Besonders bekannt sind sie für ihre außergewöhnliche Sichtweite und ihre Fähigkeit, selbst kleinste Bewegungen in weiter Entfernung wahrzunehmen.
Aus diesem Grund gelten die Rabenstämme unter den Nôrd als hervorragende Späher. Berichte erzählen sogar, dass sie sich noch im dichtesten Schneesturm orientieren können, wo andere längst den Weg verloren hätten.
So werden die Angehörigen dieses Stammes weniger für rohe Stärke als vielmehr für ihre Wachsamkeit und ihren scharfen Blick geschätzt.
Erscheinungsbild
Größe: bis 190 Maßeinheiten
Statur: Kräftig
Hautfarbe: Helle Hautfarbe
Heimat: Ebenen und Küsten. Kalte Regionen.
Glauben: Ravnir
Äquivalent: Wikinger
Ende der Archivrolle Nr. 37
Archivrolle Nr. 38 – „Von den Stamm der Wölfe Aduraths“
verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried
Der Stamm der Wölfe zählt zu jenen Gruppen der Nôrd, die man nahezu in allen Regionen des Nordens antreffen kann. Von schroffen Küsten bis zu verschneiten Ebenen finden sich ihre Sippen, stets bereit, ihr Revier zu verteidigen oder neues zu erobern.
Wie ihr Namensgeber gelten auch die Angehörigen dieses Stammes als besonders aggressiv. Kampf und Beutezug gehören für sie zum alltäglichen Leben, und selbst andere Nôrd sind vor ihren Überfällen nicht sicher.
Gerade diese Rücksichtslosigkeit hat dem Wolfsstamm einen gefürchteten Ruf eingebracht. Unter den Völkern des Nordens werden sie häufig als die gefährlichsten unter den Nôrd bezeichnet.
So gilt der Stamm der Wölfe als Sinnbild für Jagdtrieb, Stärke und die unbarmherzige Seite des Nordens.
Erscheinungsbild
Größe: bis 195 Maßeinheiten
Statur: Kräftig, Muskulös
Hautfarbe: Helle Hautfarbe
Heimat: Ebenen und Wälder. Kalte Regionen.
Glauben: Fendyr
Äquivalent: Wikinger
Ende der Archivrolle Nr. 38
Archivrolle Nr. 39 – „Von den Stamm der Hirsche Aduraths“
verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried
Der Stamm der Hirsche lebt vor allem in den nördlichsten Wäldern Aduraths. Dichte Baumreihen und schneebedeckte Forste bieten ihnen Schutz und Orientierung, weshalb sie offene und baumfreie Landschaften meist meiden.
Unter den Stämmen der Nôrd gelten die Hirsche als das friedfertigste Volk. Während andere Stämme ihre Stärke vor allem im Kampf suchen, sind Angehörige dieses Stammes gelegentlich sogar beim Handel mit Menschen gesichtet worden.
Viele Berichte beschreiben sie als besonnener und weniger herzlos als andere Nôrd. Dennoch bleiben auch sie Kinder des Nordens – widerstandsfähig, stolz und stets bereit, ihre Heimat zu verteidigen.
So nimmt der Stamm der Hirsche eine besondere Stellung unter den Nôrd ein: zurückhaltender im Wesen, doch nicht minder standhaft.
Erscheinungsbild
Größe: bis 200 Maßeinheiten
Statur: Kräftig
Hautfarbe: Helle bis dunklere Hautfarbe
Heimat: Nadelwälder. Kalte Regionen.
Glauben: Hjortyr
Äquivalent: Wikinger
Ende der Archivrolle Nr. 39
Archivrolle Nr. 40 – „Glaube der Nôrd Aduraths“
verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried
Der Glaube der Nôrd ist eng mit einer alten Legende verbunden, die im gesamten Norden erzählt wird. Sie handelt von Ólf Eriksson, einem mächtigen Anführer, der einst große Teile der nördlichen Stämme unter seinem Banner vereinte. Viele verehrten ihn für seine Stärke und seinen Mut, doch ebenso viele beneideten ihn um seine Macht – unter ihnen auch sein eigener Bruder, Flórm.
Den Überlieferungen zufolge kannte Flórm die einzige Schwäche des großen Anführers: seine Familie. In einem Akt des Verrats entführte er Frau und Kinder seines Bruders, um ihn aus der Reserve zu locken. Von Trauer und Misstrauen geplagt irrte Ólf durch die kalte Nacht, bis er schließlich auf einem schneebedeckten Hügel verharrte. Dort, so heißt es, trat Flórm aus der Dunkelheit hervor – bewaffnet und bereit, seinen Bruder zu stürzen.
Zwischen den beiden entbrannte ein erbitterter Kampf. Während Sturmwinde über die Ebene fegten, schlug Ólf seinen Verräter nieder und hob den Hammer zum letzten Schlag. In diesem Moment jedoch zerriss ein Blitz den Himmel und traf den Anführer selbst. Das gleißende Licht durchbohrte ihn und fuhr weiter auf Flórm herab. Donner erfüllte den ganzen Norden, und als die Bewohner der umliegenden Siedlungen aus ihren Häusern traten, war der Sturm bereits verschwunden.
Stattdessen tanzten Nordlichter über den Himmel, und in ihrem Schimmer, so berichten es die alten Geschichten, erschien eine leuchtende Gestalt über dem Land – die Gestalt Ólf Erikssons. Von diesem Tag an nannten ihn die Stämme des Nordens „Ólf Eriksson, den Donnergott“, und seine Legende wurde zum Ursprung ihres Glaubens.
Im Laufe der Zeit verband sich diese Verehrung mit älteren Vorstellungen der nordischen Stämme, die den Tieren ihrer Heimat besondere Bedeutung zuschrieben. So entstand der Glaube an die Tiergeister des Nordens, über die Ólf als oberster Hirte wacht.
Diese Geister sollen sich bisweilen in Nebel, Sturm oder im flackernden Licht der Schneenacht zeigen. Besonders die Ältesten der Stämme berichten davon, dass sie in Träumen oder Visionen erscheinen und Zeichen übermitteln.
Mehrere dieser Tiergeister gelten unter den Nôrd als besonders bedeutsam: Der Wolf gilt als Sinnbild von Macht, Mut und Überlebenswillen. Zugleich wird er im Norden oft als Bote des Todes angesehen.
Der Bär steht für Stärke, Standhaftigkeit und körperliche Kraft.
Der Rabe verkörpert Weisheit, Geheimnisse und die Verbindung zur spirituellen Welt. Viele bringen ihn mit Magie und alten Prophezeiungen in Verbindung.
Der Hirsch gilt als Zeichen von Freundschaft, Gemeinschaft und guter Ernte. Man sagt, sein Erscheinen bringe den Stämmen Frieden und Orientierung.
Zu Ehren dieser Geister und ihres göttlichen Hirten halten die Nôrd Gebete, Opfergaben und Festlichkeiten ab. Besonders während der langen Winternächte werden Feuer entzündet und alte Geschichten erzählt, damit die Geister des Nordens die Stämme nicht vergessen.
So vereint der Glaube der Nôrd zwei Dinge, die ihr Volk seit jeher prägen: die Erinnerung an einen gefallenen Anführer – und die uralten Tiere des Nordens, deren Geister über die Stämme wachen.
Ende der Archivrolle Nr. 40