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Dvergen

Aus Archiv von Adurath

Archivrolle Nr. 7 – „Von den Dvergen Aduraths“

verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried

Die Dvergen zählen gemeinsam mit den Alvaren zu den ältesten bekannten Völkern Aduraths. Während Alvaren ihre Ursprünge offen im Licht der Welt verorten, berichten mir die Dvergen selbst, mit unbeirrbarer Gewissheit, dass ihr Volk bereits existierte, ehe die ersten Spitzohren die Wälder betraten. In jenen frühen Zeiten lebten sie verborgen unter der Erde, tief in den Bergen, fern von Sonne und Sternen. Dort, im Schutz des Felsen, errichteten sie ihre ersten Reiche aus Stein, in Stille, Ausdauer und unbeirrbarer Geduld.

Erst als sich andere Völker an der Oberfläche niederließen, so heißt es in den dvergischen Überlieferungen, begannen einzelne Clans aus der Tiefe hervorzutreten. Nicht aus Neugier, sondern aus Vorsicht — und aus dem Bedürfnis heraus, die Welt über ihren Hallen zu verstehen, um sie gegebenenfalls schützen zu können. Zu diesem Zeitpunkt waren die Dvergen in vielerlei Hinsicht bereits weit fortgeschritten. Besonders in der Kunst des Schmiedens, der Steinverarbeitung und im Bau tiefer Minen galten sie schon damals als unerreicht. Wo andere Völker im Fels nur ein Hindernis sahen, erkannten Dvergen Struktur, Nutzen und Beständigkeit. In meinen Studien wurde mir die beinahe untrennbare Verbindung zwischen Dvergen und ihren Bergen deutlich: Für sie sind Gebirge nicht bloß Heimat, sondern auch lebendige Zeugen ihrer Geschichte. Jeder Stollen, jede Halle und jede Schmiede trägt die Spuren vergangener Generationen.

Zwar stehen viele Dvergen den arkanen Künsten mit Skepsis gegenüber, doch gleichen sie ihre mangelnden Kompetenzen durch fortschrittliche Bau- und Ingenieurskunst aus, die ihresgleichen sucht. Zahnräder, Hebelwerke und leistungsfähige Konstruktionen ersetzen für sie Zauber und nicht selten überdauern ihre Werke die Jahrhunderte nahezu unverändert. Die meisten Dvergen leben noch immer tief im Inneren der Berge in weitläufigen Höhlenstädten. Diese Reiche bestehen aus gewaltigen Hallen, verbunden von zahllosen Gängen und Stollen, die sich wie Adern durch das Gesteinsmassiv ziehen. Um in den Städten anderer Völker als Schmiede, Händler oder Handwerker zu wirken, verlassen aber auch selbst sie ihre langlebigen Festungen. Allerdings sieht man sie eher selten als Soldaten fremder Reiche, denn ihre Loyalität gilt stets dem eigenen Clan und den Hallen ihrer Ahnen.

Erscheinungsbild

Auf den ersten Blick wirken Dvergen klein und gedrungen. Die meisten erreichen kaum mehr als 150 Maßeinheiten an Höhe. Doch dieser erste Eindruck trügt. Was Außenstehenden bisweilen üppig und plump erscheint, ist in Wahrheit ein drahtiger, muskulöser Körperbau von bemerkenswerter Leistungsfähigkeit. Geschaffen für intensive Arbeiten unter Tage, vermögen Dvergen Lasten zu stemmen und Werke zu vollbringen, die hochgewachsenen Völkern noch gehörige Umstände bereiten würden.

Ihr Wuchs ist kräftig und beinahe unerschütterlich, als hätte der Fels selbst ihnen Standhaftigkeit verliehen. Dichter, buschiger Haarwuchs und markante Nasen prägen ihr Antlitz. Besonders auffällig jedoch ist der Bart, der für männliche Dvergen weit mehr als bloßer Schmuck ist. Er gilt als heiligstes Merkmal ihres Körpers und bildet sowohl Ehre, Reife als auch Disziplin ab. Gepflegt, geflochten oder geschmückt getragen, zeugt er vom Stande eines Dvergen und vom Respekt, den er unter seinesgleichen genießt. Ein ungepflegter Bart hingegen gilt als Schandfleck für den gesamten Clan und wird nur Schwerstkranken nachgesehen.

Einige ihrer Altvorderen sollen das vierhundertste Lebensjahr überschritten haben. Damit zählen die Dvergen nicht nur zu den ältesten, sondern auch zu den langlebigsten Völkern Aduraths. Ihre Reife zeigt sich in Schichten — so wie der Stein, aus dem sie hervorgegangen sind.

Aus allem, was sich über die Dvergen berichten lässt, kristallisieren sich vier Dinge heraus, die ihnen über alles bedeuten: ihr Bier, ihre Clans, ihre Schmiedekunst und ihre Bärte. In diesen vier Säulen spiegelt sich ihr gesamtes Wesen wider: bodenständig, traditionsbewusst und unbeugsam/kraftvoll. Ein Dverg mag verhandeln, feilschen oder gar nachgeben, doch rührt man an diese Grundpfeiler, stößt man auf den Widerstand eines ganzen Volkes, welches so standhaft ist wie der Fels, aus dem es geboren wurde.

Lebensweise

Kaum ein Dverg ist ohne seine Werkzeuge oder Waffen anzutreffen. Axt und Hammer sind allgegenwärtige Begleiter — im Alltag sowie im Kampf. Man sagt, ein Zwerg werfe niemals seine Axt; und sollte er es doch tun, dann nur, weil er bereits eine Zweite griffbereit hat. Rüstung und Schmiedeschurz sind gleichermaßen vertraute Bilder, denn für Dvergen ist das Schmieden ebenso ehrenhaft, wie der Kampf.

In ihrem Wesen sind Dvergen von triefgreifender Loyalität durchdrungen. Ihr Leben ist dem Clan und dem Stamm verpflichtet, denen sie mit unerschütterlicher Treue dienen. Viele sehen sich als Hüter des Landes, welches sie bewohnen, und als Bollwerk gegen die Schrecken, die aus Tiefe, Wildnis oder Dunkelheit drohen. Nicht selten stellen sie sich schützend vor Schwächere — und wenn es sein muss, kämpfen sie bis zum letzten Atemzug.

Das Zusammenleben der Dvergen ist stark von Clanstrukturen geprägt. Jeder Clan folgt seinen eigenen Regeln und Traditionen, häufig unter der Führung eines Clanoberhauptes, dessen Wort das meiste Gewicht unter ihnen hat. In manchen Gemeinschaften reicht seine Autorität bis in familiäre Angelegenheiten hinein, während andere Clans freier und liberaler geführt werden. Trotz dieser Strenge sind Dvergen keineswegs einheitlichen Charakters — ihr Wesen ist so vielfältig und ihr Meinungen so verzweigt wie die Stollen ihrer Berge. So bleiben viele Dvergen lieber unter ihresgleichen, verbunden durch Stein, Blut und Bier. Doch manche zieht es hinaus in die Welt. Was jedoch alle eint, ist ihre Standhaftigkeit, ihr Pflichtgefühl und die Überzeugung, dass wahre Stärke aus Beständigkeit erwächst.

Ende der Archivrolle Nr. 7


Archivrolle Nr. 8 – „Von den Khargrim Aduraths“

verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried

Die Khargrim gelten unter den Dvergensippen als die gefürchtetsten. Ihr Ruf eilt ihnen voraus, denn sie treten rau, direkt und oft mit offener Aggression auf. Nicht selten verlassen sie ihre Heimat, um in fremde Ländereien vorzustoßen – sei es aus Notwendigkeit, Vergeltung oder altem Groll. Viele Chronisten berichten von Begegnungen, die eher an einen Sturm aus Stahl erinnerten als an Verhandlungen.

Im Gegensatz zu den meisten Dvergen leben die Grimmbärte nur selten tief unter der Erde. Stattdessen errichten sie robuste Steinhäuser und befestigte Siedlungen an den Hängen von Gebirgen, wo Fels und Erde gleichermaßen greifbar bleiben. Ihre Reiche finden sich vor allem in gemäßigten bis südlichen Regionen Aduraths.

Auffällig ist ihre ungewöhnlich starke Hinwendung zur Landwirtschaft. Terrassierte Felder, Viehzucht und Vorratshaltung prägen ihr Leben ebenso sehr wie Axt und Hammer. Der Bergbau tritt bei ihnen in den Hintergrund – nicht aus Mangel an Können, sondern aus bewusster Entscheidung. Die Khargrim verstehen es, dem Land ebenso viel abzuringen wie dem Stein, und verteidigen beides mit derselben unerbittlichen Härte.

Erscheinungsbild
Größe: bis 145 Maßeinheiten
Statur: Kräftig
Hautfarbe: Helle Hautfarbe
Heimat: Gebirge
Glauben: Glaube der Dvergen
Äquivalent: Zwerge (HdR)

Ende der Archivrolle Nr. 8


Archivrolle Nr. 9 – „Von den Dûnmar Aduraths“

verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried

Die Dûnmar bilden eine vergleichsweise kleine Dvergensippe, doch ihr Einfluss reicht weit über ihre geringe Zahl hinaus. Sie sind bekannt für ihre Gelehrsamkeit, ihre ruhige Art und die außergewöhnliche Weisheit ihrer Ältesten. Unter allen Zwergen finden sich bei ihnen die meisten Greise, deren Erinnerungen tiefer reichen als viele geschriebene Chroniken.

Sie errichten ihre Reiche tief im Fels und schätzen Ordnung, Beständigkeit und handwerkliche Präzision. Doch während andere Dvergen den Hammer schwingen, nähren die Dûnmar vor allem ihren Geist. Wissen, Überlieferungen und Erinnerungen gelten ihnen als wertvoller als Erz.

Nichtsdestotrotz wäre es ein schwerer Irrtum, sie für schwach zu halten. Jeder Dûnmar besitzt das handwerkliche Geschick, Schmuckstücke und Artefakte von solcher Feinheit zu erschaffen, dass sie jene anderer Völker mühelos übertreffen. Sie wählen jedoch bewusst den Weg des Bewahrens statt des Eroberns — und machen sich so zu lebenden Archiven ihres Volkes.

Erscheinungsbild
Größe: bis 135 Maßeinheiten
Statur: Rundlich, lange Bärte
Hautfarbe: Helle Hautfarbe
Heimat: Gebirge, Hügel und Täler
Glauben: Glaube der Dvergen
Äquivalent: Zwerge (HdR)

Ende der Archivrolle Nr. 9


Archivrolle Nr. 10 – „Von den Brockharr Aduraths“

verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried

Die Brockharr zählen zu den kleineren Dvergensippen Aduraths und sind weithin für ihre Sturheit und ihren unbeugsamen Willen bekannt. Mürrisch im Auftreten und dickköpfig im Wesen, lassen sie sich nur schwer von einmal gefassten Überzeugungen abbringen. Was ein Brockharr beschlossen hat, gilt — und wird notfalls mit der Faust oder der Axt verteidigt.

Innerhalb ihrer Clans spielt Stärke eine zentrale Rolle. Häufig steht an der Spitze ein Anführer, der sich seine Stellung im offenen Zweikampf erstritten hat. Diese Tradition ist tief verwurzelt, wenngleich es Ausnahmen gibt, bei denen Erfahrung oder Klugheit über rohe Kraft siegen konnten. Doch auch diese Anführer mussten ihren Platz einst beweisen.

Trotz ihres rauen Wesens sind die Brockharr für ihre ausgelassenen Feste bekannt. Sie feiern laut, lange und mit reichlich Bier. Trinken, Wettkämpfe und Gesang gehören ebenso zu ihrem Alltag wie harte Arbeit im Stein. Ein Fest der Brockharr endet selten leise — und nie nüchtern.

Wer sie unterschätzt, begeht einen Fehler. Die Brockharr kämpfen mit unerschütterlicher Entschlossenheit und weichen selbst im Angesicht des Todes nicht zurück. Für Clan, Ehre und den Krug in ihrer Hand stehen sie fester als jeder Fels.

Erscheinungsbild
Größe: bis 150 Maßeinheiten
Statur: Kräftig bis Muskulös, wenig Kopfbehaarung
Hautfarbe: Helle bis dunkle Hautfarbe
Heimat: Gebirge
Glauben: Glaube der Dvergen
Äquivalent: Zwerge (HdR)

Ende der Archivrolle Nr. 10


Archivrolle Nr. 11 – „Glaube der Dvergen Aduraths“

verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried

Die Dvergen verehren vor allem ihre Ahnen, sowie ihre tiefe, untrennbare Verbundenheit mit dem Berg. Sie kennen keine geweihten Tempel oder einzelnen, heiligen Stätten, denn für sie ist der Berg in seiner Gesamtheit heilig – von den tiefsten Stollen bis zu den höchsten Gipfeln.

Ihre Religion zu verstehen gilt selbst unter Gelehrten als schwierig und vielschichtig. Viele ihrer Bräuche reichen weiter zurück, als es schriftliche Aufzeichnungen vermögen, und stammen von Ahnen aus längst vergangenen Jahrtausenden.

Auch die Wiedergeburt nimmt einen zentralen Platz im spirituellen Leben der Dvergen ein. Sie glauben, dass der Geist ihrer Ahnen fortbesteht, solange er bewahrt und geehrt wird, und dass er eines Tages in neuer Gestalt in die Welt zurückkehrt. Magische Begabung ist unter Dvergen selten, und selbst jene, die sie besitzen, genießen meist kein hohes Ansehen, da Magie als flüchtig und unzuverlässig gilt.

Der Schutz des Berges sowie der Ahnenhallen bildet einen der wichtigsten Pfeiler ihres Glaubens. Diese Orte werden nicht nur als Heimstatt der Vorfahren verehrt, sondern auch als Quelle ihres Reichtums, ihrer Stärke und ihres Fortbestehens.

Ende der Archivrolle Nr. 11