Halblinge
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Archivrolle Nr. 30 „Von den Halblingen Aduraths“
verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried
Geschichte
Als drittes der alten Völker Aduraths gelten die Halblinge, deren Existenz sich bereits seit vielen Jahrhunderten in den Chroniken nachweisen lässt. Zwar wurden sie erst merklich später als Elfen und Zwerge erstmals bewusst wahrgenommen, doch legen zahlreiche Hinweise nahe, dass sie schon lange zuvor im Verborgenen lebten. Noch heute begegnet man ihnen nur selten, denn die Halblinge meiden große Städte und die Nähe fremder Völker und ziehen es vor, in kleinen, abgeschiedenen Gemeinschaften zu bestehen.
Ihre Siedlungen liegen fern der großen Handelsrouten, verborgen in sanften Hügellandschaften oder fruchtbaren Tälern. Dort führen sie ein Leben, das von vielen als einfach bezeichnet wird — ein Urteil, das der Wahrheit nur teilweise gerecht wird. Die Halblinge streben weder nach Macht noch nach militärischer Stärke, noch hegen sie Interesse an politischem Einfluss. Stattdessen widmen sie sich mit großer Sorgfalt dem bestellten Boden, der Pflege ihrer Gemeinschaft und der behaglichen Gestaltung ihrer Heimstätten.
Diese Wohnstätten finden sich häufig unter grasbewachsenen Hügeln, deren Eingänge kunstvoll verborgen sind. Innen jedoch offenbaren sie geräumige, warme und sorgfältig eingerichtete Höhlen, die von einem ausgeprägten Sinn für Gemütlichkeit zeugen. Ordnung, Sauberkeit und Gastlichkeit gelten als hohe Tugenden dieses Volkes.
Ähnlich wie die Elfen fühlen sich auch die Halblinge der Natur tief verbunden. Doch im Gegensatz zu jenen bleibt ihnen der bewusste Umgang mit deren Magie größtenteils verschlossen. Zauberwirker sind unter Halblingen äußerst selten. Eine bemerkenswerte Ausnahme stellen die Bugans dar, unter denen sich vereinzelt jene finden, die gelernt haben, mit magischen Kräften umzugehen — auf eine Weise, die selbst erfahrenen Gelehrten fremd erscheint.
Erscheinungsbild
Halblinge sind von kleiner Gestalt und unterscheiden sich trotz oberflächlicher Ähnlichkeit deutlich von den Zwergen. Ihre Körpergröße liegt in der Regel bei etwa hundert Maßeinheiten; nur wenige erreichen mit Glück eine Höhe von bis zu einhundertzwanzig Maßeinheiten. In ihrem Lebensalter übertreffen sie den Menschen kaum, denn die meisten Halblinge werden knapp hundert Jahre alt.
Ihr Körperbau variiert von schmal bis stämmig, neigt jedoch eher zur Rundlichkeit als zu ausgeprägter Muskelkraft. Dennoch sind Halblinge überraschend flink und beweglich. Viele Berichte schildern ihre bemerkenswerte Fähigkeit, sich leise zu bewegen oder in ihrer Umgebung nahezu zu verschwinden, wenn sie es darauf anlegen.
Im Gegensatz zu Zwergen besitzen Halblinge kaum ausgeprägte Körperbehaarung. Ihre Gesichtszüge wirken auf andere Völker meist freundlich und unscheinbar, weshalb sie häufig als angenehme und unkomplizierte Gestalten wahrgenommen werden.
Eine deutliche Abweichung bilden die Bugans. Sie sind noch kleiner als gewöhnliche Halblinge und bleiben oftmals unter der Marke von hundert Maßeinheiten. Ihre Gesichtszüge gelten als unförmig und fremdartig, mitunter gar als abstoßend. Doch ist es nicht allein ihr Äußeres, das Misstrauen weckt. Andere Völker meiden den Umgang mit Bugans vor allem wegen ihrer sonderbaren Bräuche und ihres unberechenbaren Umgangs mit Magie, über den zahlreiche, oft widersprüchliche Berichte existieren.
Lebensweise
Ähnlich wie die Elfen verfolgen die Halblinge ein ruhiges Leben im Einklang mit ihrer Umgebung. Doch selbst die Elfen, so heißt es unter Gelehrten, könnten sich von der Gelassenheit und Zufriedenheit der Halblinge noch manches abschauen. Für dieses kleine Volk liegt der wahre Reichtum nicht in Macht oder Wissen, sondern in Beständigkeit, Gemeinschaft und einem friedvollen Alltag.
Die meisten Halblinge leben als Bauern in kleinen Dörfern, eingebettet in fruchtbare Täler und sanfte Hügellandschaften. Ihre Felder sind sorgfältig bestellt, ihre Gärten gepflegt, und kaum ein Stück Land bleibt ungenutzt. Landwirtschaft ist für sie nicht nur Lebensgrundlage, sondern fester Bestandteil ihrer Identität. Sie arbeiten mit Geduld und Hingabe, und ihre Ernten gelten weithin als zuverlässig und von bemerkenswerter Qualität.
Nur wenige Halblinge übernehmen Aufgaben als Wachen, und noch weniger verlassen ihre Heimat, um allein durch die Welt zu ziehen. Abenteuerlust ist ihnen fremd, doch nicht aus Feigheit, sondern aus Zufriedenheit mit dem, was sie besitzen. Wer dennoch aufbricht, tut dies meist aus besonderem Anlass — und kehrt, sofern möglich, stets zurück.
Das soziale Leben der Halblinge ist reich an Festen und Zusammenkünften. Besonders Geburtstage besitzen einen hohen Stellenwert und werden mit großer Freude begangen. An solchen Tagen kommen ganze Dörfer zusammen, um zu essen, zu trinken, Geschichten zu teilen und die Gemeinschaft zu feiern. Lachen und Musik erfüllen dann die Straßen, und selbst Fremde finden selten eine verschlossene Tür.
Von einem Halbling zum Essen eingeladen zu werden, gilt als eine der höchsten Formen der Anerkennung. Sie legen großen Wert auf reichhaltige, gute Mahlzeiten und teilen diese großzügig. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass Halblinge mit erstaunlicher Hingabe essen — und ebenso bereitwillig nachschenken. Für sie ist das gemeinsame Mahl Ausdruck von Vertrauen, Freundschaft und echter Gastfreundschaft.
Im Ganzen betrachtet gelten die Halblinge als das gastfreundlichste Volk Aduraths. Wer friedlich kommt, wird empfangen; wer hungrig ist, wird gespeist; und wer müde ist, findet einen Platz am Feuer. In ihrer stillen Art erinnern sie die übrigen Völker daran, dass Größe nicht im Maß des Körpers liegt, sondern im Herzen.
Ende der Archivrolle Nr. 30
Archivrolle Nr. 31 – „Von den Breitohren Aduraths“
verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried
Auch wenn die meisten Halblinge ein ruhiges und genügsames Leben führen, so finden sich unter ihnen vereinzelt jene, die dem Ruf des Abenteuers nicht widerstehen können. Besonders unter den sogenannten Breitohren ist diese Neigung ausgeprägt. Sie gelten als neugierig, tollkühn und ungewöhnlich wanderfreudig für ihr Volk.
Die Breitohren lassen sich bevorzugt in sanften Hügellandschaften nieder, oft in der Nähe von Flüssen, Sümpfen oder langsam fließenden Gewässern. Dort verbinden sie Arbeit und Müßiggang auf ihre eigene Weise: Sie bestellen den Boden, legen Fallen aus, halten ihr Mittagsschläfchen im Gras — und versuchen am Abend ihr Glück beim Angeln.
Äußerlich unterscheiden sich die Breitohren deutlich von anderen Halblingen. In ihrer Größe
erinnern sie an Zwerge, während ihre breiten, leicht verlängerten Ohren an jene der Elfen
gemahnen. Dieses Merkmal macht sie unverkennbar und hat ihnen ihren Namen eingebracht. In
ihrer Erscheinung wie auch in ihrem Wesen stehen sie zwischen den Völkern — stets ein wenig
neugieriger, ein wenig wagemutiger als ihre Verwandten.
Erscheinungsbild
Größe: bis 140 Maßeinheiten
Statur: Rundlich, teils Muskulös
Hautfarbe: Helle bis sonnengebräunte Hautfarbe
Heimat: Hügel, vorzugsweise nahe seichten Gewässern
Glauben: Glaube der Halblinge
Äquivalent: Hobbits (HdR)
Ende der Archivrolle Nr. 31
Archivrolle Nr. 32 – „Von den Stolzfußen Aduraths“
verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried
Die Stolzfuße gelten als eine der ruhigsten und zurückgezogensten Sippen unter den Halblingen. Sie schätzen Frieden, Stille und alles, was wächst und gedeiht. Essen, Gemeinschaft und ein geordnetes Leben stehen für sie im Mittelpunkt ihres Daseins.
Gegenüber anderen Völkern verhalten sie sich zurückhaltend und mit spürbarem Misstrauen.
Unter ihresgleichen jedoch sind sie offen, gesellig und von herzlicher Art. Ihre Siedlungen
finden sich bevorzugt an Auen, in fruchtbaren Tälern und auf sanften Hügeln, wo sie der Natur
nahe sein können.
Die Stolzfüße errichten keine großen Häuser. Stattdessen bauen sie kleine, auf ihre Größe
zugeschnittene Behausungen mit Grasdächern und weitläufigen Gärten. Besonders wohl fühlen sie
sich in ihren liebevoll ausgekleideten, unterirdischen Höhlen, die mehr an behagliche Wohnstätten
als an einfache Unterkünfte erinnern.
In ihrer stillen Lebensweise verkörpern die Stolzfüße wohl am deutlichsten das, was viele unter
einem typischen Halbling verstehen.
Erscheinungsbild
Größe: bis 140 Maßeinheiten
Statur: Rundlich, füllig
Hautfarbe: helle bis dunklere Hautfarbe
Heimat: Auen, Täler, sanfte Hügel
Glauben: Glaube der Halblinge
Äquivalent: Hobbits (HdR)
Ende der Archivrolle Nr. 32
Archivrolle Nr. 33 – „Von den Waidländer Aduraths“
verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried
Die Waidländer finden ihre Heimat zumeist in lichten Wäldern, unweit jener grünen Ebenen und Hügellandschaften, in denen auch Breitohren und Stolzfüße siedeln. Im Gegensatz zu vielen anderen Halblingsippen suchen sie jedoch nicht die Abgeschiedenheit, sondern pflegen regen Kontakt zu ihren Nachbarn.
Besonders zu den Waldelfen bestehen enge Beziehungen, die auf gegenseitigem Respekt und langjähriger Vertrautheit beruhen. Auch anderen Völkern begegnen die Waidländer offener als ihre Verwandten, was sie zu geschätzten Mittlern zwischen den Gemeinschaften macht.
Da das dichte Wurzelwerk des Waldes das Anlegen unterirdischer Höhlen erschwert, errichten sie ihre Behausungen meist über der Erde. Kleine, gut getarnte Häuser aus Holz und Naturmaterialien fügen sich unauffällig in ihre Umgebung ein und zeugen von ihrem feinen Verständnis für die Gegebenheiten des Waldes.
So stehen die Waidländer sinnbildlich zwischen den Welten — Halblinge im Herzen, doch mit einem Blick,
der weiter reicht als der vieler ihrer Sippe.
Erscheinungsbild
Größe: bis 135 Maßeinheiten
Statur: Rundlich, teils schlank
Hautfarbe: helle bis dunklere Hautfarbe
Heimat: Waldränder, lichte Wälder
Glauben: Glaube der Halblinge
Äquivalent: Hobbits (HdR)
Ende der Archivrolle Nr. 33
Archivrolle Nr. 34 – „Von den Bugans Aduraths“
verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried
Bugans sind unter den Halblingen jene, über die selbst ihre Verwandten nur ungern sprechen. Grimmig im Wesen, meist allein unterwegs und von einer eigentümlichen Verschlagenheit, gelten sie vielen Völkern als unberechenbar — und nicht selten als gefährlich, wenn man sie reizt. Sie leben zurückgezogen in kleinen Höhlen oder unter alten Baumwurzeln, fern jeder Dorfgemeinschaft.
Baukunst oder ausgeprägtes Handwerk sucht man bei ihnen vergebens. Dafür besitzen sie ein bemerkenswertes Talent, den Besitz anderer unauffällig in den eigenen übergehen zu lassen. Glitzernde Gegenstände üben eine beinahe magische Anziehung auf sie aus — ebenso wie Orte, an denen die Magie der Welt besonders stark pulsiert.
Tatsächlich findet sich unter den Bugans auffallend häufig eine natürliche Begabung für Magie. Doch anders als bei Elfen oder Gelehrten äußert sich diese Gabe selten in feiner Kunst, sondern vielmehr in roher, zerstörerischer Entladung. Nicht wenige Scheunen, Ställe oder Vorratshäuser sollen durch einen verärgerten Bugan ihr Ende gefunden haben.
So kommt es, dass viele Völker Bugans misstrauen, sie meiden oder gar verfolgen — teils aus Furcht vor ihrem Wirken,
teils aus dem Wunsch, sich ihre eigenartige Magiebegabung zunutze zu machen.
Erscheinungsbild
Größe: bis 120 Maßeinheiten
Statur: rundlich bis dürr
Hautfarbe: helle bis sehr dunkle Hautfarbe
Heimat: Erdlöcher, alte Wurzeln
Glauben: Glaube der Halblinge
Äquivalent: Bugans (HdR)
Ende der Archivrolle Nr. 34
Archivrolle Nr. 35 – „Glaube der Halblinge Aduraths“
verfasst im 282. Jahr der Vierten Ära
von Chronist Merolan Tarfried
Es ist nicht eindeutig bekannt, ob die Halblinge einer festen Religion folgen. Wohl aber weiß man, dass sie in tiefer Verbundenheit mit der Natur leben und Feste im Einklang mit deren Zyklen begehen. Die Halblinge, ein überaus heiteres und lebensfrohes Volk, sind dafür bekannt, diese Bräuche zu wahren, ohne sie jedoch mit strenger Ernsthaftigkeit zu verfolgen. Unter ihnen ist es üblich, Vollmonde und andere bedeutsame Naturereignisse feierlich zu zelebrieren. Der Glaube der Halblinge gilt gemeinhin als äußerst friedfertig und freundlich; so schließen sie niemanden, ungeachtet dessen Glaubens, von ihren Ritualen aus. Ferner ist bekannt, dass Halblinge, die mit Elfen zusammenleben oder sich in deren Nähe aufhalten, mitunter Elemente des elfischen Glaubens annehmen. Dieses Phänomen lässt sich jedoch ausschließlich bei Halblingen und Elfen beobachten, da beide Völker ihre tiefe Naturverbundenheit teilen.
Ende der Archivrolle Nr. 35